Die Story hinter dem Video

Im Musikvideo vor 5 Jahren ging es offensichtlich um eine gescheiterte Liebesbeziehung diese im Streit endet. Damals empfand ich das als richtig und gut. Hatte aber nie darüber nachgedacht, dass dies nicht das ist, was ich meinte mit dem Song. Als ich Träne aus Blut schrieb, war ich in einer Phase meines Lebens, wo ich wirklich keinen einzigen Lichtblick mehr hatte. Jeder der mich ein wenig verfolgt kennt die Geschichte hinter mir ein bisschen. Als ich dann nach den vielen Operationen und Ablehnungen & Gewalt noch ins Kinderheim kam, war das Leben für mich „vorbei“. Ich hatte keinen Appetit mehr, hatte keine Kraft mehr zu lächeln um meine Situation zu überspielen. Alles in allem wollte ich so nicht mehr auf dieser Welt existieren. DAS ist der wahre Grund hinter dem Song. Dass das Leben aber wieder Farbe bekommen kann merkte ich auch erst später und so kam eine neue Passage erst hinzu vor einigen Jahren.

Im Video haben wir eine Szene eingebaut wie diese auch tatsächlich so war. Mit 15 ungefähr dachte ich daran das alles zu beenden und somit Schmerzfrei zu sein. Warum ich dies nicht tat? Irgendwas hielt mich davon ab und wie man sieht ist das auch gut so. Diese Passage wurde mit Absicht im Video kurzgehalten, es ist nicht die Hauptmassage dahinter, gehört aber zu den wichtigsten Faktoren. Das durchdrehen, dass „kein Licht mehr sehen“ oder das von allen abgestoßen zu werden war alles für mich mal real. Umso einfacher aber eben auch härter ist es sich da erneut hineinzuversetzen. Man hat das Gefühl wieder da zu sein, in seiner Vergangenheit. In dieses 15/16-jährige Mädchen zurückversetzt zu sein. Allerdings gibt es auch im Musikvideo zu Träne aus Blut ’17 eine positive Wendung. Den im Laufe der Zeit lohnt es sich eben doch weiterzumachen, zu leben! Auch wenn es manchmal absolut nicht einfach ist. Aber was ist denn schon einfach?

Der Videodreh

Natürlich entwickelt man in Laufe der Jahre andere Ansprüche an sich selbst und das Ergebnis. Sei es bei der Songproduktion als auch bei der Videoproduktion. Die Videoproduktion nahm mehrere Wochen Arbeit in Anspruch. Nicht nur die Planung und die Visualisierung, sondern auch das schneiden und bearbeiten der Effekte und so weiter. Wir hatten kein 50 Mann Team, wie man das manchmal so annehmen könnte. Sondern waren beim kompletten Video ein perfektes Duo sozusagen. Malina, eine sehr enge Freundin von mir die in diesem Bereich arbeitet hat mich dabei mehr als großartig unterstützt. Mein Anreiz war es aber dieses Mal viel mitzuwirken und mitzuarbeiten, was auch so geklappt hat. Die komplette Kameraführung und die verschiedenen Make-Up Looks verdanke ich aber allein Malina. Selbstverständlich gab es beim Schnitt Hilfe. Ich bin Malina wirklich sehr dankbar und bin sehr stolz auf das Ergebnis und ich denke das dürfen wir auch einmal sein =) …

Gedreht wurde das Video an 2 kompletten Drehtagen im Raum Köln. Die Badewannenszene war eines der Szenen die in jeglicher Hinsicht eine der Anstrengendsten war, obwohl diese im Video die kürzesten Szenen sind. Es ist aber auch nicht so einfach, wenn einem immer Wasser in die Nase läuft und man sich dabei noch voll konzentrieren muss. Jedes Video soll in Zukunft einen besonderen Ort haben, hier war es ein geheimer Lost Place der mir echt den Atem geraubt hat. Es war einfach grandios. Die Atmosphäre, in der wir nach einer gefühlten Ewigkeit angekommen sind, war einfach magisch. Alles war richtig runtergekommen und lag in Schutt und Asche, aber es hatte einfach diese Stille und dieses Geheimnisvolle was wir für den Dreh gesucht hatten. Einfach Bombastisch!